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Rückblick

Will man den vorhandenen Quellen Glauben schenken, so lässt sich die Gründung der GluckerSchule auf den 22.November 1922 datieren. Andere Quellen sprechen von einem Gründungsjahr um 1921 bzw. 1923.

Wie dem auch sei, ein stolzes Alter von 80 oder älter gibt Anlass, ein paar Worte zu verlieren über die Schule, über den mit ihr untrennbar verbundenen Gründer " Ago " Glucker und die Gymnastikbewegung, die von der Schule aus nach außen getragen wurde.

Beginnen wir mit dem Leben und Werk von Ago (August) Glucker, dessen Name heute noch für eine qualifizierte Sport- und Gymnastikausbildung an der nach ihm benannten Schule steht. Zwischen 1922 und 1975 (seinem Todesjahr) bildete die Person des Gründers und "seine" Schule eine Einheit. Die Schule war Ago und Ago war die Schule.

 




Hier nur ein paar Beispiele aus seinem langen u. erfolgreichen Schaffen:
zwischen 1925 u. 1968 erschienen unter seinem Namen ca. 30 Veröffentlichungen (darunter 16 Bücher mit einer Auflage von 150.000).

 

Außer der Leitung seiner Schule war er tätig als:

  • Lehrer am Dillmann - Gymnasium (1919 - 1931)
  • Dozent an der VHS (Atemkurse / Gymnastik)
  • Lehrer für Gymnastik und Bewegungskunst an der staatlichen Hochschule für Musik in  Stuttgart
  • Student der Medizin (6 Semester)
  • Rundfunk - Gymnastik - "Animateur" (Meine lieben Frühgymnastiker... ") von 1930 - 1944
  • Bürgermeister von Kirchheim/Teck
  • Leiter von nationalen und internationalen Gymnastikvorführungen (z. B. Deutsches Turnfest 1933)
  • Referent auf internationalen Kongressen - Vorsitzender des württembergischen Fechterbundes
  • Vorsitzender des württembergischen Judoverbandes
  • Vorsitzender des Bundes Deutscher Leibeserzieher
  • Geschäftsführer des Bundes Deutscher Gymnastikschulleiter

 

Ohne Zweifel haben diese enorme Tat- und Schaffenskraft Ago Glucker's dazu beigetragen, dass die GluckerSchule weit über regionale Grenzen hinaus sich auf lange Zeit einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. Ago Glucker hat die Schule bis zu seinem Tode 1975 in genialer, ja fast schlitzohriger, für damalige Zeiten werbestrategisch ungeheuer geschickten Weise sehr erfolgreich geleitet, oft aber auch autoritär, an das Selbstverständnis eines Landesherren des frühen 19. Jh. erinnernd.
Vergessen wird heute häufig, dass Ago Glucker mit und in seiner Schule ein Verständnis von Gymnastik nach außen brachte, das an die "Gymnastikgrößen" seiner Zeit wie MEDAU u. BODE erinnert und denen er an kreativem Schaffen in nichts nach stand.

Glucker´s Auffassung von Gymnastik war gekennzeichnet von einem heute wieder sehr modernen ganzheitlichen Ansatz, einem Körper- und Menschenbild, bei dem sich "Körper und Seele nicht trennen lässt" (Glucker 1926). Gesundheit soll erreicht werden durch eine "allseitige harmonische Körpererziehung" und durch eine "auf natürliche Weise ausgiebige Atmung" (Glucker 1926) .
Glucker's Gymnastik möchte "den Menschen als Gesamtheit erfassen" und "ihn zu körperlich - seelischer Harmonie führen" (GLUCKER, Meine Lehrweise 1926).
Für Ihn kommt jede Übungsstunde "einem Seelenbade" gleich. Ago Glucker sieht "seine" Gymnastik als Mittlerin zwischen der Atmung einerseits und den fünf Grundelementen "Steigerung, Schwung, Kraft, Auswägung und Spannung/ Entspannung" andererseits.

 

Durch eine variable Anwendung ergeben sich so positive Wirkungen

  • im therapeutischen Bereich
  • auf die allgemeine Leistungsfähigkeit
  • auf den Sportbereich durch neue Reize
  • auf den " künstlerischen Mensch", bei dem der "Sinn für Raumempfindung, Formgestaltung und Ausdruck" geweckt werden. So beschrieben in der Schrift "Meine Lehrweise" von 1926, in der er neben der "Freude und der erhöhten Lebenslust "vor allem" das höchst und edelste"seiner Ziele formuliert: "der vollendete Mensch".

 

 

Doch zurück zur GluckerSchule. Nach Ago's Tod übernahm seine Frau Eleonore für 10 Jahre die Leitung der Schule und versuchte, den Bestand und den guten Ruf der Schule zu erhalten. In der Zwischenzeit zur "Ersatzschule" herangereift formte die Schule junge Gymnastiklehrerinnen (zu dieser Zeit war eine solche Ausbildung im wesentlichen Sache von jungen Damen!), die durch eine Prüfungsordnung von 1969, die übrigens heute noch gilt, zu Fachlehrerinnen für Sport auch an öffentlichen Schulen ausgebildet wurden.
Aber die Zeiten wurden schlechter; mit der Ebbe in den Staatskassen kam ein Erlass des Kultusministeriums, der eine weitere Anstellung der Absolventen/innen an öffentlichen Schulen Anfang der achtziger ausschloss.

Die Arbeitsmarktprognose für Gymnastiklehrer schien desolat und die Konsequenz war eine deutliche Abnahme der Schülerzahl bis 1985. In diesem Jahr wurde die GluckerSchule in eine gemeinnützige GmbH mit den Gesellschaftern Frau Glucker und Bruder Dr. Bruno Fauser, gleichzeitig Geschäftsführer, umgewandelt. Aus Altersgründen zog sich Frau Eleonore Glucker 1985 von der Leitung der Schule zurück und überließ sie Herrn Hans Müller ( stellvert. Vorsitzender MTV Stuttgart ). Hans Müller schaffte es in einem einzigen Jahr, die Schule auf gesunde wirtschaftliche Beine zu stellen und gleichermaßen Ausrichtung und Inhalte zu überarbeiten und damit die Weichen für die Zukunft zu stellen. Aus persönlichen Gründen schied Ende 1986 Herr Müller aus und sein Nachfolger wurde als angestellter Schulleiter Julius Vogelmann, der der GluckerSchule auch heute noch zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Andreas Kehrer vorsteht. In den Jahren 2001 und 2002 verstarben leider Frau Eleonore Glucker und ihr Bruder, Dr. Bruno Fauser, relativ schnell nacheinander, so dass nunmehr der geschäftsführende Schulleiter und die Witwe von Dr. Bruno Fauser, Frau Margit Fauser, die Gesellschaftsteile innehaben.


Die GluckerSchule genießt heute wegen ihrer qualitativ hochstehenden Ausbildung, ihren zahlreichen Zusatzangeboten und ihrem fast einmaligen Arbeitsklima einen exzellenten Ruf. Sie besinnt sich immer wieder auf ihre Wurzeln und versucht, Sport- und Gymnastik stets im Sinne ihres "Gründers" in ganzheitlichem Ansatz zu sehen und nie zu vergessen was Gymnastik auch soll: Freude und Lebenslust vermitteln!

Die hier gezeigten Bilder stammen aus dem Archiv der GluckerSchule


Sie haben die Möglichkeit ein paar weitere

Zeitungsausschnitte [2.489 kb] und
 Bilder [610 kb]

aus der Zeit von 1930 - 1938 als PDF einzusehen.